Wirbel um neue Transfer Vorschriften der ICANN

21.10.2015 09:36 Uhr von Beate Dahinten

Einige weitreichende Änderungen der „Inter-Registrar Transfer Policy“ wurden auf Empfehlung der GNSO IRTP Part C Working Group von der ICANN nun verabschiedet. Die Inter-Registrar Transfer Policy regelt, wie der Name schon sagt, die Transfer-Modalitäten einer gTLD Domain bei einem Registrar-Wechsel. Nun kommt, angeblich zum Schutz des Domaininhabers, eine entscheidende Neuheit hinzu. Das neue Regelwerk wird in „Transfer-Policy“ umbenannt und tritt ab dem 01. August 2016 in Kraft.

Als wäre die gesamte Transferabwicklung für generische Domains noch nicht kompliziert genug, wird mit der neuen Regelung nun auch der Bereich einer Inhaberänderung geregelt - und Registrare haben sich wie immer an die neuen Regelungen zu halten.

Im Wesentlichen geht es um den folgenden Punkt:

„Ändert sich zukünftig der Name, die Organisation, die E-Mailadresse oder die Admin-E-Mailadresse des Domaininhabers, so benötigt der Registrar eine Bestätigung der Änderung vom „alten“ und vom „neuen“ Inhaber.“ Ohne diese Bestätigung wird die Änderung nicht angenommen. Ein Wechsel der Telefonnummer oder Postanschrift des Inhabers ist von der neuen Regelung nicht betroffen. Wie der Registrar an die „beiden“ Einwilligungen der Inhaber kommt, bleibt offen – sei es per E-Mail oder per Post oder persönlicher Besuch – jedenfalls muss die Einwilligung her, auch wenn es sich bei der Änderung um ein und dieselbe Person handelt.

Was dies technisch für die Domainverwaltungssysteme bedeutet, darüber zerbrechen sich heute sicherlich bereits viele ICANN Registrare ihre schlauen Köpfe und ganz sicher gibt es außerdem zahlreiche Diskussionen über den Sinn und Unsinn einer solchen zusätzlichen Regelung.

Angenommen es ändert sich beim Inhaber die E-Mailadresse und diese soll nun aktualisiert werden. Die alte E-Mail-Adresse wurde allerdings bereits vor einiger Zeit abgeschaltet – daher auch die gewünschte Änderung. Wie erreiche ich dann bitte den „alten“ Inhaber? Die ICANN selbst äußert sich dazu so, dass es keine Bestimmung gäbe, auf welchem Wege eine Bestätigung eingeholt werden soll. Also gut!  Nächster Versuch: Die Bestätigung der Inhaberänderung wird per Post angefordert: Aber wer soll den manuellen Aufwand bezahlen? Ist es im Sinne des Domaininhabers, für die Änderung seiner E-Mail Adresse 10, 20 oder gar 30 EUR zahlen zu müssen?

Diese und viele weitere Fragen stellen sich vor dem Hintergrund dieser sehr weitreichenden neuen Regelung. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Branche hierbei verhalten wird.

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